18 Dezember 2014

Lissabon versucht Folgen des TAP-Streiks zum Jahresende durch Zwangsverpflichtungen abzufedern

 
 Die portugiessiche Regierung hat heute zu einer juristischen "Notbremse" gegriffen, um die Streikfolgen am 27., 28., 29. und 30. Dezember bei TAP abzfedern.
 Aufgrund eines Gesetzes aus dem Jahr 1974 wurde die "requisicao civil" angeordnet, was eine Zwangsverpflichtung der Beschäftigten bedeutet. Etwa 70% der TAP Mitarbeiter müssen zur Arbeit erscheinen. Wenn sie es nicht tun, machen sie sich strafbar. Ob diese Massnahme allerdings ausreicht, den Streikwillen zu brechen, ist zweifelhaft. Wer berechtigt fehlt - z.B. wegen Krankheit - kann nicht belangt werden.
Begründet wird die gesetzliche Massnahme mit dem öffentlichen Interesse, einen Millionen-Schaden abzuwenden (für TAP und den Tourismus). Auch müsse sichergestellt werden, dass viele Portugiesen von den Azoren und Madeira sowie die Emigranten gerade zur Weihnachtszeit in Portugal ihre Familien besuchen können. 
Wie die Zeitung publico gestern berichtete, haben bereits mehr als 20.000 Passagiere wegen des angekündigten Streiks ihre Flüge geändert oder storniert. Nutzniesser sind andere Fluggesellschaften, so hat Lufthansa auf der Linie Frankfurt - Lissabon für die fraglichen Tage eine weiteren Flug angesetzt. 
Eine Annäherung zwischen Gewerkschaften und Regierung dürfte zweifelhaft sein, da die Beschäftigten verlangen, die beabsichtigte Privatisierung der Luftlinie zu stoppen, was eine Einmischung in Regierungshandeln darstellt.

17 Dezember 2014

Praia Barril / Bezirk Tavira: 18m langer Walkadaver angeschwemmt

17 m langer Wal, gestrandet 1598 an der holl. Küste,
Kupferstich aus dem Jahr 1864
Schwerstarbeit mussten gestern Helfer leisten, um den Kadaver eines gestrandeten Wales zu entsorgen. Das Tier war am Praia Barril im Bezirk Tavira angeschwemmt worden. Es hatte keine äusseren Verletzungen, was einen natürlichen Tod wahrscheinlich macht.
Den ganzen Tag über waren Arbeiter beschäftigt, die Überreste des 18m langen und 20 Tonnen schweren Kolosses abzutransportieren. An der Aktion waren 30 Personen beteiligt.

16 Dezember 2014

Alentejo: 2 ausgewilderte Luchse und gleich ein neues Verkehrsschild

Autofahrer im Alentejo, speziell im Bezirk Mertola, sehen in dieser Woche ein neues Verkehrsschild.
Das umgedrehte (Warn-) Dreieck mit einem furchterregenden Tierkopf bedeutet "Achtung Luchs" und soll den Fahrer dazu anhalten, die Geschwindigkeit zu reduzieren, falls ein iberischer Luchs in Sichtweite ist und sich anschickt, über die Strasse zu laufen.
Das neue Verkehrsschild hat Rechtskraft, ist aber noch nicht in der portugiesischen STVO veröffentlicht.
Anlass für die Aufstellung der Schilder ist die Auswilderung von Luchs "Jacaranda" und Luchs"Katmandu" im Bezirk Mertola. 
Auch in Spanien, wo ebenfalls Luchse ausgewildert werden, sollen verstärkt diese Warnschilder aufgestellt werden.

Algarve: Hunde bis 15 kg in den Pousadas erlaubt

Rechtzeitig zu Weihnachten gibt es eine freudige Nachricht für Algarve-Urlauber, die auch in den Ferien ihren Hund mitnehmen möchten. Ab 15. Dezember sind Hunde in der Luxushotelkette "Pousadas de Portugal" erlaubt.
 Dies betrifft die 3 Pousadas an der Algarve:  Estoi, Tavira und Sagres. Dieser Service ist allerdings nicht umsonst. Hundefreunde müssen pro Nacht 25 Euro für ihren Liebling bezahlen. Dafür bekommen sie ein Kit mit Fress- und Trinktrog, Decke und Snacks.
Grosse Hunde haben nach wie vor keinen Zutritt zu den Pousadas. Das Angebot gilt nur für Vierbeiner mit einem Gewicht bis zu 15 kg.
Ab 01.01. 2015 wollen landesweit
11 weitere Pousadas Hunde erlauben.
 

15 Dezember 2014

Silves: Teilrestaurierung der alten Stadtmauer

In Silves konnte jetzt die Restaurierung  eines Teilstücks der alten Stadtmauer - Muralha da Almedina - abgeschlossen werden. Mehr als 75.000 Euro wurden investiert, um die Mauer im Bereich des Turms 16 wieder begehbar zu machen. Es handelt sich um ein Teilstück im Bereich des Gebäudes der GNR und des archäoligischen Museums, wo die Mauer bereits seit 2008 einsturzgefährdet war und nur noch als Ruine existierte. Sie mussste praktisch neu aufgebaut werden (s. Fotos im link).
Die gesamte Mauer um die ehemalige islamische Siedlung ist seit 2013 nationales Monument. Die Stadt Silves beabsichtigt, die gesamte Mauer zu restaurieren, wann dies geschehen wird ist allerdings noch unbekannt.

13 Dezember 2014

Ferragudo 01.01.15: "Banho do Mar - O Primeiro do Ano"

Für Hartgesottene gibt es am Neujahrstag, den 01.01. 2015 in Ferragudo wieder einen besonderen Spass - das "Banho do Mar - O Primeiro do Ano". Egal ob die Sonne scheint oder die Wellen des Atlantik etwas höher sind, am Strand von Pintadinho startet das Ereignis nun schon zum 9.mal um 11.00 Uhr vormittags. Mehr als 150 Teilnehmer werden erwartet, die nach einer Aufwärmgymnastik ins Meer springen. Zur Belohnung gibt es ein T-Shirt und heissen Kakao.

10 Dezember 2014

Fall "Maddie": Engländer lassen nicht locker

Der Fall "Maddie" nimmt kein Ende. Seit gestern werden zum wiederholten Mal in Faro 11 Personen vernommen, diesmal im Beisein einer neuen Ermittlerin aus Grossbritannien. 
Bei einem Portugiesen, der 6 Stunden lang verhört wurde und 253 Fragen beantworten musste, lagen offensichtlich die Nerven blank. Er schlug nach einer Kamara, der vor dem Sitz der Kripo in Faro versammelten Journalisten und warf später mit einer Wasserflasche auf die Menge. 
Britische Ermittler hatten bereits im Sommer in Praia da Luz Grabungen vorgenommen - ohne jeglichen Erfolg.
Die damals dreijährige Maddie war 2007 aus dem Ferienort Praia da Luz spurlos verschwunden. 
Kritiker bezweifeln, ob es nach so langer Zeit überhaupt noch neue Erkenntnisse gibt.  Darüberhinaus werden auch die exorbitanten Kosten der Ermittlung (genannt werden mehrere Millionen britische Pfund genannt), die von den portugiesischen Behörden bereits eingestellt waren, kritisch betrachtet.

Algarve: Neues Qualitätssiegel für Restaurants

Ab 2015 gibt es an der Algarve ein neues Qualitätssiegel für Restaurants. Das "Selo de Qualidade Turistística" (Bild hier) ist eine Schöpfung des Hotelverbandes AIHSA in Zusammenarbeit mit der Hotel- und Tourismus Fachschule der Algarve in Faro, der Tourismusbehörde RTA und dem Verbund der Algarve-Gemeinden AMAL. Vergeben wird es - selbstverständlich nach vorheriger gründlicher Prüfung - an Restaurants, die die regionale Küche anbieten, den Standards für Hygiene und Lebensmittelsicherheit entsprechen und sich durch Kundenfreundlichkeit auszeichnen.
Im Jahr 2015 sollen insgesamt 30 Qualitätssiegel vergeben werden. Die Prüfer haben bereits jetzt mit der Arbeit begonnen und 8 Restaurants benannt, die sich mit dem "Selo de Qualidade Turistíca" schmücken dürfen:

Restaurant Estaminé auf der Ilha Deserta (Insel vor Faro, nur mit Boot zu erreichen)
Restaurant Akvavit in Quarteira
Restaurant Millenium in Quarteira
Gigi am Praia Quinta do Lago (Strandrestaurant aus Holz)
Restaurant A Ruína in Albufeira
Restaurant Veneza in Albufeira
Restaurant Àbabuja in Alvor ( eingerichtet in 2 alten Fischerhäusern)
Restaurant Noélia e Jerómino in Cabanas de Tavira





09 Dezember 2014

Silves: 2 Iberische Luchse aus Silves im Bezirk Mertola augesetzt

 
Wenn alles gut geht, kann in  Portugal bald wieder die nahezu ausgerottete Tierart "Iberischer Luchs" (Lynx pardinus)  anzutreffen sein.
 Wie die Zeitung Público heute berichtet, werden zwei Exemplare am 16. Dezember im Bezirk Mértola (Alentejo) ausgewildert. Die beiden Tiere sind in der Gefangenschaft in der Aufzuchtstation im Bezirk Silves geboren. Zuerst kommen die Luchse für einige Wochen in ein 2 Hektar grosses umzäuntes Gebiet unter Beobachtung. Wenn sich heraustellt, dass sie  allein überleben können, werden sie in die Wildnis entlassen. Es ist das erste Mal, dass Luchse aus Silves in Portugal ausgesetzt werden. Bisher sind Exemplare aus Silves nur in Spanien  ausgewildert worden.
Die Aufzuchtsation in Silves musste als Ausgleich für die Umweltschäden beim Bau des Staudamms von Odelouca errichtet werden.
Foto (c): Creative Commons-Lizenz, Urheber: Programa de Conservación Ex-situ del Lince Ibérico www.lynxexsitu.es

04 Dezember 2014

Vila Real de Santo António ab 06.12.: Weihnachtskrippe im Centro Cultural António Aleixo

Auch in diesem Jahr wird in Vila Real de Santo António wieder die wohl schönste, auf jeden Fall aber grösste Weihnachtskrippe in Portugal aufgebaut.
 Allein 40 Arbeitstage mit 2000 Arbeitsstunden haben zwei Angestellte der Stadt mit drei weitere Helfern gebraucht, um mit mehr als 4000 Figuren   Weihnachtsszenen darzustellen. Der "Presépio Giganta" umfasst beachtliche 210 Quadratmeter Fläche,  2000kg Kork, 20 t Sand und 4 t Steinpulver wurden verarbeitet.
Die Weihnachstkrippe ist im Centro Cultural António Aleixo in der Innenstadt zu besichtigen. Die Ausstellung beginnt am kommenden Sonnabend, den 06.12. und endet am 11.Januar 2015. Sie ist täglich von 10.00 - 13.00 und 14.30 - 19.00 Uhr geöffnet,am 01.Januar 2015 nur von 14.30 - 19.00 Uhr. Der Eintritt von 0,50 Euro kommt wohltätigen Einrichtungen der Stadt zugute.

03 Dezember 2014

Portugal: Wasserversorgung: 23% Verlust durch marode Leitungen


Mehr als ein Drittel des in Portugal verteilten Wassers wird nicht bezahlt. Das geht aus den Daten der staatlichen Regulierungsbehörde für Wasser und Abwasser (ERSAR) hervor. Danach entseht ein Verlust von 160 Millionen Euro jährlich bei der Wasserversorgung. Von 820 Millionen Kubikmetern gelieferten Wasser für Kontinentalportugal werden 285 Millionen Kubikmeter "umsonst" verteilt. 
Die Gründe hierfür liegen vor allem in den undichten Leitungen. So hat die Bürgermeisterin von Silves nach dem gestrigen Unfall in Almação de Pêra  - ein Ehepaar war in ein durch Rohrbruch verursachtes Loch im Bürgersteig 3m  in die Tiefe gestürzt - erklärt, in ihrem Bezirk seien 30 Jahre alte Rohre nicht ersetzt worden und das Problem sei allseits bekannt. Aber auch illegale Abzweigungen spielen eine Rolle. Hierbei wird vor allem der ländliche Bereich im Norden Portugals genannt.
Es gibt aber auch Bereiche, bei denen offiziell nichts bezahlt werden muss. Dass die Feuerwehr freigestellt ist, versteht sich von selbst. Aber auch für Strassenreinigung, Grünflächenbewässerung und Brunnen wird nicht gezahlt. 
Nach den amtlichen Zahlen verteilt sich der jährliche Verlust von insgesamt 35% zu 12 % auf den "Gratisbereich" wie Strassenbewässerung etc., 23% sind Verluste durch Leitungen und illegale Abzweigungen.
Quelle: http://www.publico.pt/
Foto (C):  creativecommons.org/licenses/by/3.0/, Author: Bidgee auf  Wikimedia Commons

02 Dezember 2014

Porches: Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Rocha absturzgefährdet

Die kleine Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Rocha - ein beliebtes Ausflugsziel in Porches - ist absturzgefährdet. 
Am 27.11. sind Teile der Mauer, die die auf einem Felsvorsprung errichtete Kirche umgibt, heruntergefallen. In einer Länge von 3m gegenüber dem Eingang der Kirche klafft jetzt eine Lücke. Gleichzeitig stürzten Teile der Klippen ab. Eine daraufhin veranlasste Untersuchung durch Fachleute ergab, dass sich auch an anderen Stellen etwa 3 cm breite Risse gebildet hatten, was darauf hinweist, dass der ganze Felsen sich bewegt.
Zur Sicherheit der Besucher ist ein Teil des Geländes durch den Zivilschutz abgesperrt.
Die Bürgermeister von Lagoa und Porches, auf deren Gebiet die Kapelle liegt, haben die für die Unterhaltung der Küstenregion zuständigen Stellen (Âgencia Portuguesa do Ambiente/Administração da Região Hidrográfica do Algarve) eingeschaltet. Ob jetzt im Winter noch Stützungsmassnahmen ergriffen werden, ist ungewiss.

Armação de Pêra: Bürgersteig bricht ein - Ehepaar fällt in 3m tiefes Loch

Ein ungewöhnlicher Unfall ha sich  sich heute nachmittag in Armação de Pêra ereignet.
Ein Ehepaar ist auf einem Bürgersteig in ein etwa 3 m tiefes Loch eingebrochen. Das gefährliche Loch war nach Angaben aus Quellen des Zivilschutzes  durch ein geplatztes Wasserrohr entstanden.
Bisher ist es den Rettungskräften gelungen, die Frau zu bergen. Zur Rettung des Mannes sind Spezialisten der Feuerwehr aus Albufeira mit besonderem Gerät im Einsatz. Vor Ort sind 24 Feuerwehrleute mit 9 Fahrzeugen.
Bei den Verunglückten handelt es sich um ein etwa 70 Jahre altes portugiesisches Ehepaar, die Stammkunden des in der Nähe  befindlichen Papiergeschäftes sind. Über den Gesundheitszustand der Verunglückten gibt es noch keine Berichte.